Die Geschichte Frontenhausens


Frontenhausen


Bereits in der jüngeren Steinzeit vor ca. 5000 Jahren war das Gebiet um Frontenhausen schon besiedelt. Dies wurde durch archäologische Funde in jüngerer Vergangenheit , wie z:B. Mahl- und Reibsteine sowie keramische Töpfe, Becher und Teller ,belegt.

Im ersten Jahrhundert vor Christus drangen die Kelten vom Westen her ins Land.Der Flußname Filusa (Vils) ist ein keltischer Nameund bedeutet so viel wie krumm, d,h. in Krümmungen fließend.

Nach den Kelten kamen die Römer . Sie brachten das Christentum in unsere Gegend.

Um das Jahr 500 überschritten dann die Germanen die Donau und ließen sich hier nieder. Der Volksstamm wurde "Die Bajuwaren" genannt. Das Gebiet der Vils von Frontenhausen bis Vilshofen kam unter den Machtbereich der "Drozze" einer Dynastenfamilie, welche im Raum Regensburg seßhaft war. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde von den neuen Herren zwar nicht ausgerottet, sie wurden aber enteignet.

Unsere Reise in die Vergangenheit möchten wir jedoch im Frühmittelalter im 8. Jahrhundert beginnen, als bereits eine Ansiedlung um ein größeres Gut bestand. 

Der Name unseres Ortes soll sich hierbei  vom Namen des Gutsherren welcher wohl Franto hieß, ableiten. 

Dem Hochmittelalter wird eine Wallanlage, welche sich auf einem Hügel nahe der Ortschaft befindet, zugeschrieben. Teile dieser Anlage könnten bis ins Frühmittelalter zurückgehen.

Diese wurde mit dem Aufkommen der heimatkundlichen Forschung, in der Zeit der Romantik im 19. und 20. Jahrhundert in Erinnerung und Verklärung der Römerherrschaft, in unserer Heimat als Römerschanze bezeichnet und steht auch heute noch in den Kartenblättern als solche vermerkt.

Vermutlich war sie aber eine Fliehburg zur Zeit der Ungarneinfälle und wurde später von den Grafen von Frontenhausen als Herrschaftssitz genutzt und erweitert, wobei alleine die Vorburg , welche mit Wall , Graben und Pallisaden umfriedet war, die aussergewöhnliche Größe von ca 100 mal 150 Meter einnahm .Ebenso soll die Hauptburg bereits einen steinernen Bergfried und Wohngebäude besessen haben.

Diese Burg ist aber bereits im 13.Jahrhundert abgegangen.

Aber um diese These zu erhärten, müsste man archäologische Untersuchungen und wissenschaftliche Datierungen durchführen.

Das besondere an Frontenhausen war aber auch , daß es sich hier um eine herausgehobene, herrschaftsrechtliche Zentralsiedlung handelte. Die Herrschaftsordnung, welche in einem oder vielleicht sogar  in mehreren Weistümern (Rechtssammlungen) aufgeschrieben war, wurde jedes Jahr am Jakobustag verlesen.

Wir können vermuten, daß die ersten Marktrechte in Frontenhausen auf die Grafen von Frontenhausen- Lechsgemünd, einem Hochadelsgeschlecht, welches ursprünglich aus Franken kam, zurückgehen und an sie verliehen worden waren. Diese Grafen von Frontenhausen waren nämlich die für diesen Ort bekannten ersten Grund- und Leibherren, die auch das Gerichtsrecht ausübten. Weitere Burgen errichteten sie in Haag, Gindlkofen, Teisbach und auf dem Burgberg   über Witzeldorf. 

In Loitersdorf, Winzersdorf und Geisbruck waren befestigte Höfe von Dienstmannen des Grafen Heinrich von Frontenhausen. 

Bereits Heinrich der II. von Lechsgemünd - Frontenhausen  besaß nach der Heirat mit Adelheit von Plain eine beachtliche Grafschaft, Teilbesitztümer erstreckten sich bis in den Pinzgau. So beherrschte er fast das ganze rechte Innufermit der strategisch wichtigen Burg Kufstein und dem alten Rapotonensitz Rattenberg, zusätzlich den Oberpinzgau, die Täler von Matrei in Osttirol, auch Burg Kundl im Inn- und Burg Itter im Brixental.

Ebenso erwähnenswert ist Adelheit von Frontenhausen (1075 –1144) welche mit Ihrem Gatten Berenger von Sulzbach die Stifter des Klosters Baumburg waren. Sie war eine Tochter des Grafen Kuno von Megling  und von Mathilde von Achalm . Mit dem Aussterben des Grafenhauses durch den Tod des letzten Grafen Konrad von Frontenhausen ( Bischof von Regensburg und Kanzler des Königs Phillip von Schwaben) am 08.04.1226 war die Grafschaft an das Hochstift Regensburg, die Grafenrechte an die Herzöge von Bayern  übergegangen. 

Das Hochstift Regensburg war damit Grundherr, das heisst Obereigentümer von Grund und Boden in Frontenhausen. Es besetzte auch die Pfarrstelle.

Im Jahr 1285 wird der erste bekannte Pfarrer namens Gund , der zugleich Domscholasticus in Regensburg war , vom Bischof seiner Pfarrei entsetzt. Um dieselbe Zeit erwirbt der Bischof von Regensburg die hohe Gerichtsbarkeit, nicht nur in Frontenhausen, sondern auch in Velden und Eberspoint,so daß er den Höhepunkt seiner weltlichen Herrschaft im Tal der großen Vils östlich und westlich von Vilsbiburg erreicht.

1296 erlaubt König Adolf von Nassau den niederbayrischen Herzögen , dem Bischof von Regensburg die reichslehenbaren Grafengerichte in den Hofmarken Teisbach, Frontenhausen, Pilsting und anderen Orten zu verkaufen und 1318 gebietet Herzog Heinrich, den Bischof in diesen seinen Gerichten nicht zu stören --frühe Zeugnisse für die wachsende Bedeutung von Frontenhausen unter Regensburgischer Herrschaft.

 Nach mehreren Katastrophen (Erdbeben, Pest und Heuschreckenplage) die Frontenhausen ertragen mußte, wurden dem Ort nach dem Verkauf vom Hochstift Regensburg an die Herzöge von Bayern  für 26000 Gulden im Jahre 1386  die Marktrechte von Herzog Friedrich bestätigt.  Herzog Heinrich der Reiche von Bayern – Landshut, beauftragte die Bürger von Frontenhausen im Jahre 1418 mit dem Bau einer steinernen Ringmauer und drei Torbauten , welche 1423 fertiggestellt wurden. Er gewährte dafür 9 Jahre Steuerfreiheit.

Die alte Pfarrkirche mitsamt dem Pfarrhof, welcher von Bischof Konrad als Pfarrwittum überlassen wurde, wurde in den schützenden Ring einbezogen. Ebenso umschloß den Marktbereich ein Ringgraben.
    
Ein weiteres Adelsgeschlecht, welches sich in Frontenhausen ansiedelte war das Geschlecht der Eckher. Diese gehen wohl auf einen Thiemo Eckher von Eckh zurück. Dieser Thiemo von Eckh stammte wohl aus dem heutigen Schloss Egg bei Deggendorf. Seine Nachkommen schieden sich in viele Linien, namentlich, die zu Lichtenegg, Thurn, Oberpöring, Eibach, Kapfing, Massing etc. , welche dem wittelsbacher Herzogshaus sehr nahe standen und als Ministerialen eingesetzt wurden.

  In diesem Bericht wollen wir auf die für uns bedeutsamen Linien der Eckher zum Thurn und zu Lichtenegg eingehen.

Ott der Eckher hatte 1383 viele Lehen in Frontenhausen, Marklkofen und Niedertrennbach vom Hochstift Regensburg erhalten. Er kaufte1385 den Brückenzoll zu Frontenhausen von Nicklas dem Trennbeck und 1396 den adeligen Sitz Thurn, außerhalb des Marktes Frontenhausen von Stephan Hohenwarter, seinem Schwager. Es handelt sich hierbei um einen eigenen Hofmarksbezirk, welcher aus einem befestigten Turm und einigen Wirtschaftsgebäuden bestand. Dieses Gebiet, welches sich in der heutigen Eggergasse im Bereich des Kindergartens befand, hatte selbst die niedrige Gerichtsbarkeit und diente gleichzeitig als Brückenzollstelle.  

Der Herrschaftsbereich der Eckher erstreckte sich aber nur zu einem geringen Teil auf den Markt. Das Gemeindegebiet der ehemaligen Gemeinde Rampoldstetten war wohl das Stammgebiet dieses Geschlechts, wobei in Lichtenegg  die Burganlage etwas nördlich unterhalb des heutigen Hofes angesiedelt war. Die Standorte der Eckherschen Burgen lagen  an den wichtigsten Verbindungswegen von Süden nach Norden, welche bereits seit der Römerzeit bestanden. Die Aufgabe der Adeligen war es, die Verbindungswege zu sichern, wobei lukrative Zölle kassiert wurden.

Ulrich Eckher von Kapfing verkaufte den Thurn samt der Hofmark Piegendorf an den Prälaten von Aldersbach. 1589 endet somit der Besitzstand der Herren von Eckher in und um Frontenhausen. Eine große und wichtige Rolle spielte dieses Geschlecht im Bistum Freising, wo sie einen bedeutenden Bischof stellten.

Eine Schule scheint es in Frontenhausen bereits sehr früh gegeben zu haben.Im jahr 1467 wird bereits ein Schulmeister erwähnt.

Das erste Schulhaus stand neben der Kirche , welche an Stelle einer früheren Pfarrkirche um das Jahr 1480 erbaut wurde.

Frontenhausen wurde von 3 verheerenden Marktbränden zerstört.

Der erste große Brand suchte den Ort 1536 heim. Er zerstörte den ganzen Markt- nur 5 Häuser blieben verschont. Auch die Kirche erlitt schwerste Schäden. 1738 entstand ein Brand in einer Brauerei ( heutiges Rathaus). Es war mitten im Winter. Viele dann Obdachlose starben vor Elend.1770 stand der ganze innere Markt innerhalb einer halben Stunde in Flammen. 205 Firste darunter 68 Wohnhäuser wurden in einen riesigen Schutt- und Aschehaufen verwandelt.

 


Text: Alfred Monassi